Ferien und Törn-Ende in Südkroatien

Nachdem wir das Boot in einem beinahe 40h dauernden Schlag von Griechenland überführten, blieben uns rund 10 Tage, um das südliche Kroatien zu erkunden. So weit in den Süden gelangten wir vor einem Jahr nicht.

Und wir sind begeistert. Wir finden die Gegend um Dubrovnik mit den Elaphiten-Inseln, Mljet und Lastovo zum Segeln die schönste Region von Kroatien. Es gibt viele Buchten mit kleinen, malerischen Dörfern, in welchen man meist noch ohne Ankergebühr bleiben kann. Und die Inseln sind grüner als alle Regionen, welche wir bisher besuchten.

Wir hatten die Befürchtung, dass im Juli sehr viele Yachten unterwegs wären und dass man um gute Plätze beinahe kämpfen müsste. Diesbezüglich wurden wir angenehm überrascht - es schien uns beinahe ruhiger als vor einem Jahr im Mai und Juni. Ob das an der südlicheren Lage oder an der Wirtschaftskrise liegt, wissen wir nicht. Allerdings nahm die Zahl der Italiener drastisch zu, je näher es gegen den August ging...

Für den Juli rechnet man im Mittelmeer eigentlich mit "langweiligem" Wetter: Heiss, wolkenlos und moderater Wind am Nachmittag. Das war dann nicht ganz so. Zuerst kam der Jugo, ein starker Südwind verbunden mit schwülem, dunstigen Wetter. Nach "Lehrbuch" kann dieser in eine Bora umschlagen. Das tat er auch - der starke NE-Wind aus den Bergen brachte eine markante Abkühlung. Wir mussten sogar unsere Wolldecken wieder ausgraben.

Gleich dannach kam das nächste Tief, welches erneut starken Südwind und eine Gewitterfront mit sich brachte. Erst als es in Kastela ums Arbeiten - sprich "Abreisebereit machen" ging, wurde es wieder windstill und heiss. In einem Zeitungsartikel wurde kürzlich erläutert, dass die aktuell starke Sonnenaktivität für vermehrte Tiefdruckgebiete in der Adria sorge. Wir können das aus praktischer Erfahrung bestätigen...

Nach zwei sehr schönen und abwechslungsreichen Wochen liefen wir in unserem Zielhafen ein - die Marina Kastela in der Nähe von Split. Von hier flogen wir nach Hause.



Ankern in der malerischen Bucht von Kolocep auf der gleichnamigen Insel.



Touristen-Frachter mit einseitiger Ladungsverteilung. Alle wollen zuerst aussteigen...



In der Bucht von Lopud. Wie oft bleiben nur wenige Yachten über Nacht.



Der alte Dampfer vor dem Franziskaner-Kloster in Lopud.



Abendstimmung.



Segeln bei Jugo - starker Südwind und schwülwarmes Wetter.



In der Okuklje-Bucht auf der Insel Mljet. Das Restaurant Maran wird von einem kroatisch-schweizerischen Paar geführt und ist einen Besuch wert!



Auch der selbstgemachte Grappa schmeckt!



Der Traum vieler Skipper. Könnte aber auch in einen Alptraum ausarten...



Segeln bei Bora - starker und kühler Wind, der vom Festland über die Bergketten runter bläst.



Einfahrt in den Nationalpark auf der Nordwest-Seite der Insel Mljet.



Spezielles Farbenspiel in der Luka Polace.



Unterwegs bei Lastovo.



Zuhinterst in der Uvala Rogac. Auf der anderen Seite haben wir vor einem Jahr geankert, bevor wir die Adria in Richtung Vieste überquerten.



Etwas melancholisch, weil uns bewusst wird, dass sich unsere Reise langsam dem Ende nähert...



Abendstimmung in der Uvala Gradina auf der Westseite von Hvar.



Am nächsten Tag wieder kräftiger Wind aus Südwest. Dazu Kreuzsee, wir werden etwas durchgeschüttelt.



Und auf den Pakleni-Inseln erreicht uns die zugehörige Störung mit Gewittern und Böen. Der Ort war ungemütlich: Zuviele Boote, schlechter Ankergrund und dazu bis 3 Knoten Strömung. Wir hätten es eigentlich vom Vorjahr wissen müssen, wollten aber noch einmal im guten Restaurant vorbeischauen. Angesichts des Wetters bevorzugten wir dann doch Teigwaren aus der eigenen Pfanne...



Dafür begegneten wir der grössten Hallberg-Rassy, welche je gebaut wurde. Man erkennt sie am blauen Streifen und den Seitenfenstern ;-)



Am nächsten Tag wieder wunderschönes Wetter. Hier in der Uvala Stipanska auf Brac. Die Pension eines deutschen Paars in der ehemaligen Ölmühle scheint nicht mehr in Betrieb zu sein.



Am 1. August - mit dem Beginn des Ferragosta geht die Post ab. Charter-Yachten aus Split, soweit das Auge reicht. Wo die nur alle Ankern wollen? Zeit für uns, nach Hause zu gehen...



Bei windstillem, heissen Wetter laufen wir in die Marina Kastela bei Split ein. Unsere 35ft-Yacht ist vermutlich die kleinste im ganzen Hafen. Dafür beherrschen wir sie ohne Profi-Crew ;-)

Hier endet das Abenteuer, das uns für insgesamt 7 Monate auf das Meer brachte. Noch im Verlauf des Augusts werden wir unser Boot verladen und in die Schweiz zurück transportieren.

Mit einem Glas Wein danken wir Neptun für die gelungene Reise. Wir haben während den rund 2'650 Meilen keine nennenswerte Probleme gehabt, welche wir nicht selber lösen konnten. Und das mit einem über 20-jährigen Boot. Das spricht für die hohe Qualität der Werft im schwedischen Ellös!